Das Sommerhaus


Ein Sommerhaus am Strand.

Dort war es, wo ich dich fand.

Du seltener Stein,

Du wundersamer Kristall,

Du maskengleicher Schatten

Auf all den Körnern,

Deine Dornen waren so fein,

Dass ich dir verfiel,

Mir in deiner spektralen

Reflexion gefiel,

In deine spitzen Kanten fiel.


Eine Palme im Nirgendwo,

Ihre Früchte kalt und roh

Schmeckten mir im roten Schein.

In unserem Sein,

Irgendwo im Nirgendwo,

Hören Vögel Steine singen

Und Menschen krebsende

Scheren klingen.

Ich nahm dich an die Hand

Und schnitt sie mir beide auf,

Legte Palmenblätter drauf,

Flüsterte leise in deinen Lauf:

„Gib’s auf, ich habe

Dich für immer.“





„Was ist ,immer’?“,

Fragtest du mich,

Mein kleiner Stein.

Ich sagte: „,Immer’ ist ein Wort,

Bei dem die Kolibris

Anfangen zu weinen.

,Immer’ ist der Beginn und das Ende

In einem.



,Immer’ ist Blut in klarem Wasser

Verteilen.

Bis es nicht mehr ist,

Bis man es vergisst,

Bis der Revolver

Seine Kugeln frisst.“







„Ich will kein Immer,

Ich will das Jetzt.

Mein Herz ist weg

Und sein Platz ist besetzt.

Ich will sonnige Wärme in der Nacht,

Zarte Tautropfen am Nachmittag.

Ich will, dass kein Meer an mir nagt,

Will Sonne und Mond

Miteinander tanzen sehen“,

Hörte ich deine Stimme wehen.



Rasender Wind vom Meer gekommen.

Rote Rinnsale auf meinem Körper verschwommen.

Starke Worte von einem Diamanten vernommen.

Können mir nichts tun

An meinem Palmenstrand

An dem ich dich fand:

Die Wirbelstürme meines Geists

Warten still – vereist.

Stehen still – entgleist.

Rufen mich still herbei:


„Komm zurück, schöne Frau,

An deinem Herzen sehen wir Tau,

deine Stimme ist nicht mehr rau,

Lass ihn fallen, dein Stein ist grau!“

Ob ich euch vertrau’?

Welche Sicherheit hat mein Bau?




Denn mein Blut, das hat kein Wasser mehr.

Und mein Atem, der ist so leer.

Mein Revolver, der hat keine Wehr

Und die Luft von leeren Läufen ist so schwer.

Wie ein schwerer Fels im tobenden Meer.




Aber wer sagt wer?

Wer sagt wer ist leer

Vom rastlosen Meer?

Mein Blut ist mit

Den Gezeiten weg.

Die weite Flur

Hat der Sonne und

Mondes Liebesnacht

Entdeckt.

Deren Uhr hatte mein Herz

Die ganze Zeit

Versteckt.


Leidende Einsamkeit

Im Schatten der Palmenblätter ertränkt

Und eine Seele heilt zutiefst gekränkt

Von schießenden Handlungen

Ohne klare Umrandungen

Eines Steins, der mal sticht

Und sich funkelnd rächt.


Eine große Illusion bist auch du,

Mein sonderbarster Fund.

Du kommst zur Ruh’,

Liegst in rot

Leuchtenden Händen,

Schaust zu zwei Wesen:

Die tanzen im Verbund.


Bei der türkisfarbenen See,

Dem einstigen Diamant

und der einsamen Palme im Nirgendwo,

Da ist jede Liebe roh,

Da sterben tausend Herzen

Einfach so.

Da brennt ein Ozean

Lichterloh.


Ein neuer Ozean

Zwischen dir und mir

Brennt und das Licht,

Das leuchtet mir hier.

Ich sterbe lebend,

Tauche ein in

Flammen und See;

Mein neuer Weg,

Den ich fühlend geh’.



2007. © Manou Fines

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