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Ingeborg Bachmann



Ingeborg Bachmann hat mit Malina einen feinsinnigen und komplexen Roman zur weiblichen Psyche geschaffen. Wer ist Malina? Der Retter, der Mörder, der Mitbewohner, Partner, die Doppelfigur, der Animus? Gedanken und Handlungen verschränken sich ineinander und das Maß für Raum und Zeit wird aufgehoben. Somit wird deutlich, wie wenig wir den Erfolg oder den Misserfolg des anderen Lebens fassen können; wie wenig wir unser Gegenüber kennen und dass Kategorien nicht der Gemeinschaft, sondern uns selbst helfen, um auf die anderen klarzukommen. Je weniger Selbstkenntnis und Selbstvertrauen, umso mehr Kategorien. Ingeborg Bachmann hat sie in Malina weggewischt, lässt uns gefährlich nah an sich heran, offenbart die Wirrungen ihres Genies. Ihr Roman hat bei Erscheinung wenig Beachtung gefunden, da sie vor allem als Dichterin geschätzt wurde; mit ihrem Schreibstil war sie ihrer Zeit weit voraus. Sie erklärte zudem auch keine Gedichte mehr schreiben zu wollen, da sie fortan als Frau, so wie die männlichen Kollegen, die Realität mit verständlichen Worten beschreiben wollte. Sie hatte es satt für ihre poetischen Enigmen gefeiert zu werden, in die jeder hineininterpretieren konnte, was er/sie wollte. Trotzdem bleibt Malina eine rätselhafte Figur, die jeder Frau jedoch sonderbar vertraut erscheinen mag... Liebt die Erzählerin Ivan oder Malina und liebt einer von beiden oder beide sie? Die Antwort scheint der Tod Marcels zu sein : Man soll nicht "jemanden säubern wollen, für ein neues Leben, das es nicht gibt."









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