• Manou Fines

Samtaugen

Samtfarbene Augen,

Schwarze Haut,

Seidene Blätter

In einem Berg von Laub.

Ob ich noch an Grenzen glaub?

Altes Denken hat mich beinah -

meiner Sehnsucht beraubt.


Die Institutionen, die um Gedanken entstehen.

Die Vorurteile, die wankend wehen.

Kinder, die unbesorgt vorwärts gehen.

Alte, die keine Zukunft sehen.


Sag mir, Mensch, weshalb du in Angst,

Wo du doch lieben kannst?

Sag mir, Welt, wann hast du genug

von der Vergangenheit schweren Pflug?


Weiße Haut und stechender Blick

Schauen ohne Blick zurück.

Nicht ertragen können des gläsernen Leids,

Vortäuschen von Fürsorglichkeit.


Langer Mantel, fester Schritt.

Unsere Hülle abnehmbar -

Mit einem starken Tritt?

Seit wann zwingen wir die Seele

Bild zu sein ?

Die Angst vor Schmerz hält

die Menschheit klein.


Samtfarbene Augen,

Schwarze Haut,

Seidene Blätter

In einem Berg von Laub.

Ob ich noch an Grenzen glaub?

Altes Denken hat diese Welt gebaut.


Nehme ich die nützlichen Teile

und strahle vor Liebe ich.

Sichere ich des Geistes Weite,

halte die Vergangenheit ins Licht.


Die weiße Haut ist immer noch,

auch wenn ihr ihr misstraut.

Sie öffnet euch ihre Türen,

damit ihr ihr zuschaut

Beim Sühnen und beim Bußen

an eurem großen Schmerz.

Beim Öffnen des rostigen Schlosses

um unser gemeinsam Herz.


(2020).

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©Manou Fines 2020