• Manou Fines

Das Ei

Ein Ei verlor die Achtung ,

ließ sich feiern mit Dekadenz.

Es fiel tief in des Bodens Grund.

Es schauderte, als es zerbrach.


Es fiel schnell in des Himmels Schlund.

Es lachte, als Gott zu ihm sprach.

Das Ei, das Ei, es ist vorbei!

Du warst nie und bist nie gewesen!


Ei, du wirst nie zu Erde wesen.

Ei, dein Leben war nie dabei!

Aber woher kommt dein rasanter Tod?

Blutige Sonne frisst sein Morgenrot.


Es lachte, als Gott zu ihm sprach.

Es weinte, als seine Schale brach.

Ach Ei, du weißt doch, wie es geht.

Es ist die Zeit, die für dich steht.


Selbes Gelb, selbes Leid.

Wo ist deine Sicherheit?

Narziss, verrecke wie das Ei.

Theresa, brich es endlich in zwei.


Liebeleid in trauter Zweisamkeit.

Bezaubert in ewiger Einsamkeit.

Die musische Schale zerplatzt.

Die Scheibe der Kugel zerkratzt.


Figur der Spieluhr, sei stark:

Das Ei hat den Herzinfarkt.

Verrückte Welt, verrücktes Huhn.

Eier brechen, dann haben sie was zu tun.


Gelber Schmutz, weißes Nass,

Öffnet nicht Pandoras Fass.

Ist es zu spät? Oder ist es zu früh?

Wozu mache ich mir die ganze Müh?


Handelswirkung in anderen Theorien,

Blackbox überzogen mit Nitroglycerin.

Stimulieren das Ei mit Elektrowellen.

Dann wird es an eure Türen schellen.


Heilige Not des Schönen Scheins.

Mal bist du da, mal bist du tot.

Reiter der Nacht, breche das Verbot.

Zertritt seine Schale und lass es verzeih’n.


(2010).

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©Manou Fines 2020